, Iris und Frank

4-2-1 Vier Regatten, zwei Tage und voller Einsatz

Zeitfahren, OSCA-Cup, Abendregatta, Sommerregatta — vier Rennen waren für dieses Wochenende geplant und alle konnten durchgeführt werden. Was nach vollgepacktem Programm klingt, war ein Geschenk: zwei Tage fast perfektes Segelwetter auf dem Obersee, nur getrübt von einer morgendlichen Flaute am Samstagvormittag.

Samstagvormittag: Das Zeitfahren — gegen die Uhr, mit der Flaute

Das Zeitfahren ist eine elegante Sache: Individueller Start, kein Gedränge — jede Crew misst selbst, wie lange sie für den ausgesteckten Kurs braucht. Seglerische Fairness und Sportlichkeit.
 
Nach der frühmorgendlichen Brise ignorierte der Wind vormittags jegliche Wettervorhersage und liess lange auf sich warten. Die Frühaufsteher wurden belohnt, danach war der Obersee an diesem Morgen: spiegelglatt, Schwitzen statt Segeln. Einige Crews konnten den Kurs beenden, andere mussten am Ende kapitulieren und den Motor anwerfen um rechtzeitig zum Beginn der zweiten Regatta wieder an den Start zu
kommen.
 
Der Picknick-Lunch fand entspannt unter dem bereits sehr geschätzten Sonnenzelt direkt im Hafen Arth statt, mit Verpflegung aus der Badi und dem kollektiven Wunsch nach mehr Wind am Nachmittag. Dieser wurde erhört und es kam Bewegung in Luft und Segler.

Samstagnachmittag:

Der prophezeite Starkwind liess auch beim OSCA-Cup noch einige Zeit auf sich warten und setzte erst in der Mitte der Club-Regatta so richtig ein. Dafür blieb genügend Zeit, um die lieb gewonnene Tradition des Bojensuchens ausgiebig zu pflegen – dieses Jahr neu in den OSCA-Farben blau-gelb. Als dann der zunehmende Wind die sehr leichten Bojen in Bewegung brachte, verliefen deren Leinen nicht mehr senkrecht
zum Seegrund, sondern lagen schräg im Wasser, vom Boot aus kaum zu sehen.
 
Nach perfekter Wende eng um die Boje ohne sie zu berühren folgte trotz Wind in den Segeln ein abrupter Stopp: Die unter der Wasseroberfläche treibende Bojenleine hatte sich unter dem Rumpf verfangen und musste händisch vor dem Bug vorbeigeführt und losgelassen werden. Auch hier wieder absolute Fairness, denn mindestens 3 Crews fuhren das gleiche Manöver.
 
Ein erfahrener Skipper zögerte keine Sekunde und leistete vollen Einsatz: Den Sprung ins Wasser bereits entschieden, entledigte er sich kurzerhand seiner Kleidung. Denn nasse Kleidung wird im Wasser bekanntlich sofort schwer und schränkt ein. Beherzt tauchte der
Segler ins kühle Nass. Die störende Leine war glücklicherweise bald gelöst. Danach galt es aber, keine kostbare Zeit zu verlieren: wieder an Bord, galt es, sofort die Segel zu trimmen und das Rennen wieder aufnehmen. Für die Garderobe blieb da keine Zeit, das versteht
jeder. Die Anpassung des Kleidercodex folgte erst nach einer Weile — das Rennen hatte oberste Priorität. Der Einsatz wurde mit einer guten Rangierung belohnt.

Samstagabend: Endlich Wind

Kaum war die Bestellung in der Pizzeria platziert und alle hungrig am Warten, frischte der Wind so richtig auf. Als die Kartons leer gegessen waren wurde keine Zeit verloren. Warum bis 21 h warten, wenn der Wind jetzt da war? Die ursprünglich als Nachtregatta geplante
Runde wurde vorverlegt.
 
Bei fast 18 km/h Windgeschwindigkeit kam es zu einer rauschenden Nachtregatta. Und weil die Tage im Juni so herrlich lang sind, noch bei vollem Tageslicht. Die drei Runden des Dreieckskurses waren zügig abgesegelt. Das erste Boot überquerte nach nur knapp 90 Minuten bereits die Ziellinie. Ein versöhnlicher, ja triumphaler Abschluss eines langen Samstags.

Sonntag, 14. Juni: Sommerregatta — vom Winde verweht

Strahlend blauer See, leuchtend grüne Wiesen am Ufer, und die Rigi im Morgenlicht — und von Anfang an: Wind. Die Sommerregatta startete um 11:30 Uhr mit einer schönen Brise, die bald zunahm. Bei stattlichen 8 Knoten Fahrt waren die Bojen schnell erreicht. Vom Setzen
des Spinnackers bzw. Genackers wurde vorsorglich abgesehen — eine weise Entscheidung, wie sich zeigen sollte.
 
Die prognostizierte Windzunahme für den späteren Nachmittag kam prompt zwei Stunden früher. Nach Runde drei von vier entschieden sich einige Crews zum Reffen. Keine leichte Aufgabe bei bereits steifer Brise und im laufenden Rennen, aber alle Boote meisterten die
Runden souverän und konnten rechtzeitig abwettern. Nach sportlichen 90 Minuten und vier Runden überquerte die erste Crew die Ziellinie. Der
Wind liess auch danach nicht nach. Die Bergung der Bojen und die Rangverkündigung schlossen das Wochenende ab. Die Ergebnisse wurden für jede Regatta einzeln und sowohl nach Yardstick wie auch nach OSCA Club-Handicap ermittelt und jede Crew wurde
gewürdigt und prämiert.

Ein rundum gelungenes Wochenende —mit allem, was dazugehört. So viel Segelglück an einem einzigen Wochenende hat man selten. Wir freuen uns auf weitere dieser Art.
 
Vier Regatten. Zwei Tage. Eine Gemeinschaft, die Flaute mit Humor und Auffrischung mit Begeisterung nimmt. Bis zum nächsten Mal auf dem Obersee!
 
Obersee Segelclub Arth (OSCA) | osca.ch